Posted from Blackheath, New South Wales, Australia.
G’day!
Am Montag, den 16.1. ging früh los: Um 7:30 stand der Bus zum Abholen in die Blue Mountains bereit. Es nieselte leicht, aber davon ließ sich keiner die Laune verderben. Nach einer Fahrt von ca. einer Stunde waren wir bei der 1. Station angekommen, dem Featherdale Wildlife Park. Kängurus füttern, Koalas streicheln, ich war schon am Vortag so aufgeregt, das ich kaum eingeschlafen bin. Macy, die Koala-Dame die für unseren Touri-Bus dran glauben musste, ließ sich mit Fressen gut bestechen und für zahlreiche Fotos streicheln, knuddeln, drehen… Nur hochheben durfte man sie als Tourist nicht, da das im Staat New South Wales illegal ist (anders als in Queensland, warum das so ist konnte uns keiner genau sagen, aber is ja auch wurscht
) Macy war natürlich zuckersüß, genau wie alle anderen rumlaufenden (bzw schlafenden) Koalas, aber ich wollte unbedingt zu den Kängurus. Wir hatten einenhalb Stunden Zeit bis der Bus wieder abfuhr, bis dahin lag die Zeiteinteilung ganz bei uns. Ich streichelte also Macy ein letztes Mal und machte mich dann als erste auf zu den Kängurus, schon jetzt ein Grinsen im Gesicht – das mir kurz darauf verging.
Bei meiner Begeisterung für die süßen Kängurus (dazu mehr später) hatte ich eine Kleinigkeit vergessen. Nicht nur Koalas und Kängurus laufen dort frei rum. Kaum hatte ich die Kurve zum Känguru-Gelände eingeschlagen kam mir im LAUFschritt ein Emu entgegen, Hals und Schnabel nach vorne gereckt, Blick starr auf mich gerichtet. PANIK! Nachdem ein eher unsicheres “Go away” nichts fruchtete und es jetzt wirklich “gefährlich” nah war, tat ich das einzige was mir einfiel um mein Leben vor diesem Vieh zu retten: Ich warf den Becher mit dem Futter ein paar Meter weiter vor mich hin auf den Boden. Hinter mir ertönte lautes Gelächter. Steve, unser Tourguide bekam sich nicht mehr ein. Und zwar mehrere Minuten lang nicht. Ich geb ja zu, von einiger Entfernung sah das bestimmt ganz lustig aus
Jedenfalls hatte Steve dann Erbarmen, spendierte mir einen neuen Becher Futter, der dann auch großteils bei den Kängurus landete – wovon mir eines einen veritablen Kratzer auf dem Handrücken vererbt hat, weil es den Becher partout nicht wieder loslassen wollte. Der Emu den ich danach mit Steves Hilfe todesmütig gefüttert habe, war da wesentlich sanfter.
(Nur um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich finde sie immer noch unheimlich!)
Am Ende ließ ich mir für eine halbe Millisekunde sogar noch eine Schlange um den Hals hängen, für alle anderen Vögel, Spinnen und ähnlichem Getier musste der Kamerazoom sein Bestes geben
Weitere 1,5h Fahrt später waren wir dann in den Blue Mountains angekommen, einem großen Naturschutzgebiet, der eine der größten Flächen Regenwald Australiens beheimatet. Während das Gebiet bei Sonnenschein sicher wunderschön ist, taten Regen und Nebel unserer Begeisterung auch keinen Abbruch. Der Regen tauchte alles das satteste Grün, das ich je an Pflanzen gesehen habe und überall lag der frische Geruch von nassen Pflanzen in der Luft. Und wenn dann der Wasserfall, der durch die Niederschläge viel stärker zu sehen war, ins “Nichts” abtaucht… was soll man sich da beschweren?
Steve führte uns insgesamt 2 Stunden durch die Blue Mountains, das meiste davon bergauf und unbefestigt (meine Billigsdorfer-Sneaker von Deichmann hab ich an diesem Tag heilig gesprochen). Das machte die Sache ziemlich rutschig und anstrengend und am Ende saßen alle mit müden aber glücklichen Gesichtern im Bus als uns Steve in insgesamt 12 Sprachen Gute Nacht wünschte
Nach einem Zwischenstopp im Olympia Center ging es dann auch wieder Richtung Sydney. Danke an dieser Stelle nochmal an Steve, der uns 10 Stunden lang Rede und Antwort stand, uns zeigte wie man einen Boomerang richtig wirft und zu allem und jedem die Entstehungsgeschichte wusste!